Berichte

  Brückenhofmuseum

Montag, 19. Oktober 2009
Virtueller Rundgang durch die Sonderausstellung 2006/ 2007 "Jüdisches Leben in Königswinter"
Virtuelles Rundgang
Neben den Fotos auf der Titelseite können Sie sich durch unseren "virtuellen Rundgang" einen guten Einblick in unsere Ausstellung verschaffen. Die Räume sind in der Reihenfolge Ihres Rundganges nummeriert.
Genauere Informationen/ Daten finden Sie, wenn Sie einmal die Navigationsleiste zur Sonderausstellung durchklicken.
RAUM 1: Das ist Ihr erster Eindruck: die Geschichte des Kölner Juden Ottmar Strauss und die Vitrine mit Exponaten aus Nachlässen.
Das ist die Geschichte des Kölner Industriellen Ottmar E. Strauss. Für die beiden letzten Ausstellungstage im September 2007 konnte Dieter Mechlinski hier einige seltene Familienbilder hinzufügen.
Das Teeservice aus dem Hause Ottmar Strauss mit dem Foto des Personals. Das Haus Heisterberg - heute Jugendhof Rheinland - war sein Wochenendhaus.
Vielleicht ein sensationeller Fund: das Poesiealbum der Fanny Lippmann von 1882 mit Eintragungen einiger Oberdollendorfer jüdischer Jungen und Mädchen. Neu ab 26.8.2007!
Eine Stickerei von Olga Süskind, die Anfang des 20. Jahrhunderts in die Niederlande heiratete. Auch Schmuckstücke aus ihrem Nachlass stellen wir aus. Alles Leihgaben Ihrer Enkelin Carola De Vries-Robles, Niederlande.
Diese Tortenplatte war zusammen mit dem Tortenheber ein Hochzeitsgeschenk der jüdischen Familie Levy an ihre Nachbarn Peter und Sybille Stiglbauer und ist ein Zeugnis für ein gutes Miteinander. Leihgaben von Helene Brase.
Ein Löffel aus dem Hause Kaufmann in Hennef-Rott. Eduard Kaufmann war der letzte Synagogenvorsteher der Geistinger Synagoge. In Raum 6 zeigen wir einige Bilder und Texte aus der Synagogengemeinde Hennef-Geistingen. Leihgabe: Archiv der Stadt Hennef.
Diese Menora und der Leuchter stammen nach mündlicher Überlieferung aus jüdischer Hand aus dem Gebiet der heutigen Stadt Königswinter. Wir erhielten sie als Leihgabe im Februar 2007 von einer Bad Honnefer Familie.
Im Mai 2007 wurde uns aus Oberpleis eine Radierung - "Frau mit Ziege(n)" - überreicht. Das Bild war der Familie in den 1930er Jahren an der Türe von einem Juden zum Kauf angeboten worden. Wer war der Maler??? Unsere erste Vermutung, es wäre ein Werk des jüdischen Malers Julo Levin (1901 - 1943) ist wohl nicht richtig.
Hier finden Sie eine Übersicht der Häuser, in denen Juden gewohnt haben. Viele Daten sind hinzugefügt. Recherchen aus Königswinter und Bonn-Oberkassel von Karl Schumacher, Klaus Breuer und Helmut Vreden.
In dieser Wandgalerie finden Sie u.a. Auszüge aus Grundbüchern und die Namenslisten der Juden von 1810 - 1864, die unser Ahnenforscher Theo Molberg zusammen getragen hat.
Unser Düsseldorfer Mitglied Theo Molberg hat in aufwändiger Kleinarbeit auch eine Reihe von Stammbäumen zusammen gestellt.
FLUR Erdgeschoss: Erstaunt sind viele Besucher - besonders die jüngeren -, dass eine Reihe von Jiddischen Wörtern wie selbstverständlich von uns im Alltag verwendet werden.
RAUM 2: Mal zwischendurch in unsere bezaubernde alte Küche schauen...
RAUM 3: ... und die alte Schuhmacherwerkstatt bewundern.
Im Treppenhaus (1. Etage) können Sie sich über die jüdische Geschichte in Deutschland informieren. Zusammengestellt von Klaus Breuer.
RAUM 4: Das ist das Modell der Synagoge von Oberdollendorf - 1:30 - erstellt von Karl und Olaf Schumacher. Sie hatte denselben Architekten wie die Hennef-Geistinger Synagoge und wurde 1939 abgerissen.
Aus der Oberdollendorfer Synagoge stammen die kostbare blaue Vase und das Gebetbuch - ein Machsor, das in einer Scheune gefunden wurde. Das Gebetbuch ist in hebräischer Sprache geschrieben und ist mit Tierkreiszeichen illustriert.
RAUM 5: Hier treten Sie ein in den Raum, der das jüdische Leben im Rheinland umfassend präsentiert. In vielen außergewöhnlichen Exponaten erfahren Sie die Vielfalt des jüdischen Jahreskreises.
Rechts sehen Sie eine Kostbarkeit: ein einzelnes Thorablatt aus dem 19. Jahrhundert, das ein KZ-Häftling bei sich trug und rettete. Links: Fotos aus der Bonner und der Frankfurter Synagoge.
Besucher vor der Thorarolle. Rechts an der Wand: der zugehörige Thoramantel.
Thora-Blatt mit Yad-Zeigefinger aus Silber zum Lesen der Thora. Foto: Kai Krüger, Köln
SACHOR! - Erinnere Dich! Aus der Tradition des Orients legen die Juden keine Blumen auf die Gräber, sondern Steine auf den Grabstein. Hier zeigen wir einen Stein mit der Inschrift: SACHOR. Rechts: ein altes Gebetbuch "Mane Loschon - Gebete auf den Gräbern"
Ehemalige Bonner Juden, die jedes Jahr zur Begegnungswoche nach Bonn kommen, besuchten die Ausstellung im August 2006
Rundgang mit den "Ehemaligen".
Die "Ehemaligen" Marianne u. Ron Downing betrachten mit Zeev Goldreich-Fernbach die Kultgegenstände.
Aufbewahrungssäckchen für die Tefilin - die Gebetsriemen und Gebetsschächtelchen.
Gebetsmantel aus dem Rheinland, ca. 1830.
Ein Prachtstück eines Schofars - eines Widderhorns - zeigen wir seit Ende Mai 2007. Im Laufe des Gottesdienstes zum Rosch-Haschana werden im ganzen 100 Töne auf einem Schofar geblasen.
Der Schofarton ist ein Ruf zur Reue und als Erinnerung an den Schofarton am Sinai.
RAUM 6: An der Wand ist das Schicksal der Familie Levy dargestellt. Am 15. Mai 2007 hat der Kölner Künstler Gunter Demnig einen Stolperstein für Karoline Levy gelegt, der Großmutter von Günther Steeg. (Weitere Infos bei "Stolpersteine"!)
In den Tischgalerien finden Sie zusätzlich viele Fotos und Dokumente.
Auch Bilder und Texte zur Hennef-Geistinger Synagogengemeinde finden Sie hier Dank der Unterstützung des Hennefer Archivs.
An jedem Ausstellungssonntag, aber oft auch bei Gruppenführungen erklärt der Zeitzeuge Günther Steeg die Geschichte seiner Verfolgung, wie er dann mit seiner Mutter versteckt und gerettet wurde. Besonders unsere jüngeren Besucher sind davon tief beeindruckt; einer schrieb ins Gästebuch: "Zeitzeuge=cool!"
1932/33 war Paul Süskind Schützenkönig bei der St. Hubertus-Schützengesellschaft Ober- und Niederdollendorf 1897 e.V., ein Zeichen der Integration zu Beginn der Nazi-Herrschaft.
Der Jude Jakob Apfel hat die Schützengesellschaft vor 110 Jahren mitbegründet und war auch König von 1914 - 1920.
Das ist das Königsschild des Paul Süskind, das auch heute noch zu den Schätzen der Schützengesellschaft zählt. In unserer Vitrine können Sie es zusammen mit dem Königsschild des Jakob Apfel in Ruhe betrachten.
Mit intensiven Recherchen haben Schülerinnen und Schüler der Jugenddorf-Christophorusschule Königswinter die Aktion Stolpersteine vorbereitet und in einer Mappe dokumentiert.
RAUM 7: Hier haben wir in unserem Dauerausstellungsbereich "Gruppenfotos" über 300 Bilder mit über 7000 identifizierten Personen von Vereinen, Kirchen, Schulen usw., die auch für einen Ortsfremden außerordentlich interessant sind.
Im DACHGESCHOSS haben wir die Chuppa - den Hochzeitsbaldachim - aufgestellt.
Sie finden dort aber auch einen wunderbar hergerichteten Dauerausstellungsbereich mit Präsentationen zu Steinmetz, Steinbruch, Schreiner, Zimmermann, Küfer und zur Heisterbacher Talbahn. Auch die Gesteine des Siebengebirges und bearbeitetes Material können Sie hier in Ruhe betrachten.
Die Fotos werden sukzessive ergänzt.
 Zu den Webseiten der Sonderausstellung "Jüdisches Leben in Königswinter"
 Zu den Webseiten unserer Dauerausstellung
 Weitere Fotos, Dokumente etc. im "BRÜCKENHOFMUSEUM virtuell"